New York, New York!
Union Square Café Tuna Club Sandwich:
ein Lunch-Klassiker aus der Stadt, die niemals schläft.

Ein Sandwich für das krisengeschüttelte New York: Ich habe es im Jahr 2020 aus Solidarität in Pandemie-Zeiten der Stadt, die niemals schläft, gewidmet. Aber es schmeckt eigentlich eh immer großartig. Dank sei dem Union Square Café!
Financial District: Die beliebte Brasserie Augustine hat endgültig geschlossen; Flatiron District: David Bouley`s legeres Restaurant mit Kochschule sperrt nach drei Jahren für immer zu; Hell`s Kitchen: Die von New Yorkern wie Touristen frequentierte Pizzeria Fluffy`s gibt nach 45 Jahren wegen der Corona-Pandemie auf; Upper East Side: Nach 41 Jahren und vielen Aufs und Abs, wie der Besitzer sagt, macht das bewährte indische Restaurant Agra wegen Covid 19 dicht.
Das sind nur ein paar der vielen gastronomischen Betriebe, die die Website ny.eater.com in den Jahren der Covid-Pandemie als Opfer der Lockdowns in New York listete. Es erwischte nicht nur kleine, finanziell eher schwache Lokale, sondern auch Legenden der New Yorker Gastronomie wie das Lucky Strike in Soho oder Gotham Bar & Grill, seit Jahrzehnten ein Hotspot in Greenwich Village. Die New York Times schätzt, dass ein Drittel der kleinen Betriebe, hauptsächlich der gastronomischen, die den Grätzeln der Stadt ihre unvergleichliche Identität verleihen, verschwinden werden.
“Das ist das beste altmodische Tunfischsalat-Sandwich,
New York Times
das man in seinem ganzen Leben kriegen kann.
Picknick-Essen für die Götter.”
Die Stadt, die eigentlich niemals schläft, lag im Koma; eines der von Gastronomen meistverwendeten Wörter dieser Tage lautete Albtraum. Auch Danny Meyer, Herr über ein Imperium aus fast zwei Dutzend Restaurants, benutzte es in Interviews immer wieder. Er hat in der Krise tausende Mitarbeiter entlassen müssen.
Die Rückkehr des Trinkgelds in Krisenzeiten
2015 ließ Meyer noch aufhorchen, weil er in seinen Betrieben das Trinkgeld abschaffte; Trinkgeld sei eine potentielle Quelle für Rassismus, Sexismus und finanzielle Ungerechtigkeit, hieß es damals. Ordentliche Gehälter ohne selektive Almosen seien wesentlich fairer. 2020 führte Meyer die tipping policy wieder ein. Dadurch konnten die wieder eingestellten Mitarbeiter, die ihre Gäste nur im Freien bedienen durften, ihre geringeren Gehälter wenigstens ein bisschen aufbessern.

Das neue Union Square Café überstand die Pandemie im Gegensatz zu hunderten anderen Restaurants und Bars in New York City. Hier kann man einen Tisch buchen.
Meyers Flaggschiff ist das 1985 gegründete Union Square Café, das von Anfang an ein Kult-Restaurant in Manhattan war; aber obwohl der Laden stets brummte, konnte und wollte Danny Meyer die Miete nicht mehr stemmen. 2016 übersiedelte das Restaurant vom Union Square nach 21 East 16th Street. Der Küchenstil blieb weitgehend gleich: italophile Großstadtküche; da passt das Tunfisch-Sandwich perfekt dazu. Es ist zwar nicht im Handumdrehen gemacht, aber die Mühe lohnt sich locker.
REZEPT
ZUTATEN FÜR 4 SANDWICHES
Für die Zitronen-Aioli:
- 2 Dotter (wie alle anderen Zutaten zimmerwarm)
- 1 EL Zitronensaft
- 2 TL Rotweinessig
- 1 EL Dijonsenf
- 1 fein gehackte Knoblauchzehe
- 1 Prise Salz
- 150 ml Olivenöl
- Pfeffer aus der Mühle
Für den Tunfisch:
- 1 Handvoll gewürfeltes Gemüse (Karotten, Stangensellerie, Zwiebel)
- 1 Lorbeerblatt
- 1 TL Pfefferkörner
- 500 g Tunfisch
Für die Zitronen-Aioli:
- 2 Dotter (wie alle anderen Zutaten zimmerwarm)
- 1 EL Zitronensaft
- 2 TL Rotweinessig
- 1 EL Dijonsenf
- 1 fein gehackte Knoblauchzehe
- 1 Prise Salz
- 150 ml Olivenöl
- Pfeffer aus der Mühle
Für die Füllung:
- 1 TL Fenchelsamen
- je 2 EL klein gewürfelter roter und gelber Paprika
- 3 bis 4 EL fein gehackte rote Zwiebel
- 1 EL in feine Streifen geschnittenes Basilikum
- 1 Zweig gehackte Minze
- Salz, Pfeffer und etwas Zitronensaft zum Abschmecken
- 8 dünne Scheiben Räucherspeck
- 12 Scheiben gutes knusprig getoastes Toast- oder Weißbrot á 1 cm Dicke
- 1 Handvoll gewaschene und getrocknete Rucolablätter
ZUBEREITUNG
- Alle Zutaten für die Aioli außer Öl und Pfeffer in einen Mixbecher geben und unter langsamer Zugabe des Olivenöls mit dem Pürierstab zu einer Mayonnaise aufmixen. Anschließend herzhaft pfeffern.
- Gewürfeltes Gemüse, Lorbeerblatt und Pfefferkörner in einem Topf mit 1 Liter Wasser aufkochen und 15 Minuten köcheln lassen. Den Tunfisch in 5 bis 6 cm große Stücke schneiden, in den Topf geben und knapp 10 Minuten sanft köcheln. Tunfisch herausnehmen und noch warm mit den Händen in kleine Stücke zupfen.
- Fenchelsamen in einer Pfanne ohne Fett anrösten, im Mörser möglichst fein zerstoßen und in eine große Schüssel geben. Dazu kommen jetzt Paprika, Zwiebel, geschnittenes Basilikum, 1 Zweig gehackte Minze, Salz, Pfeffer und etwas Zitronensaft. Alles verrühren und dabei den Tunfisch und zwei Drittel der Zitronen-Aioli untermengen.
- Räucherspeckscheiben in einer Pfanne ohne Fett knusprig braten und auf Küchenpapier legen.
- Für jedes Sandwich eine Scheibe getoastetes Brot mit etwas von der restlichen Aioli bestreichen, einen guten EL Tunfischsalat darauf geben, dann einige Blätter Rucola, 1 Scheibe Speck und wieder eine dünn bestrichene Scheibe Brot. Dann noch einmal Tunfisch, Rucola und Speck und mit der dritten Brotscheibe bedecken.
- Die fertigen Sandwiches mit einem Wellenschliffmesser halbieren und die Hälften mit Zahnstochern fixieren.